Kinderhandel


Gehandelte Kinder

Ware für Westeuropa


Kinderhandel macht an keinen Landesgrenzen halt. Auch nach Westeuropa und damit nach Deutschland gelangen jährlich tausende von Mädchen und Jungen, die Opfer von Händlern geworden sind. Das Vorgehen ist immer ähnlich: Häufig spricht eine Mittelsperson die Familie oder das Kind an. Man verheißt ihm eine Ausbildung oder eine gute Stelle, den Eltern Geld oder den Erlass ihrer Schulden bei Gläubigern. Doch das viel versprechende Angebot entpuppt sich schnell als eine brutale Falle: "Nach Deutschland gehandelte Kinder werden zu Diebstählen gezwungen, als Hausmädchen gehalten, als Drogenkuriere eingesetzt oder als Prostituierte und für pornografische Filme sexuell ausgebeutet." Auch der Handel mit Adoptivkindern ist ein lukratives Geschäft. Kinder sind also zu einer begehrten Ware für den internationalen Markt geworden. Sie sind Opfer von Menschen, die vor allem eines wollen: "Profit". Denn mit Kindern lässt sich viel Geld verdienen. Sie bringen hohe Gewinne. Sie selbst bezahlen dafür mit ihrem Vertrauen, ihrer Gesundheit und häufig mit ihrem Leben. Aber die Nachfrage steigt. Das Geschäft mit Menschen ist inzwischen so lukrativ wie der Handel mit Drogen.
Im Visier von Kinderhändlern sind in der Regel Mädchen und Jungen, die in Armut oder schwierigen Verhältnissen leben. Mit falschen Pässen, durch Entführungen, vorgetäuschte Adoption oder mit Hilfe einheimischer Kontaktpersonen werden die Kinder über die Grenze gebracht. Im fremden Land sind sie der Gewalt ihrer Ausbeuter hilflos ausgeliefert.



Stoppt Kinderhandel

Die internationale Kampagne


Seit Oktober 2001 wendet sich terre des hommes Deutschland mit einer internationalen Kampagne gegen Kinderhandel an die Öffentlichkeit. Menschen sollen erfahren, wie Kinder überall auf der Welt vermarktet und ausgebeutet werden - auch bei uns in Westeuropa.
Einheimische terre des hommes - Koordinatoren setzen zusammen mit Partnern vor Ort die Kampagne in Südostasien, Indien, Lateinamerika, im südlichen und im westlichen Afrika um. Gemeinsames Ziel ist es, Kinder besser zu schützen und eine wirksame Verfolgung der Täter zu sichern.
Denn Kinder sind keine Ware.



Kinderhandel

Was muss geschehen?



Foto: Boris Scharlowski

Kinderhandel zerstört das Leben hunderttausender Mädchen und Jungen weltweit. Doch die Ausbeuter haben ein leichtes Spiel: "Viele Menschen wissen nicht, dass Kinderhandel überhaupt stattfindet. Täter werden nicht bestraft, weil wirksame Gesetze fehlen."

Deshalb fordert die Kampagne :

Kinderhandel muss offiziell als ein Verbrechen anerkannt werden. Regierungen sollen internationale Abkommen zum Schutz von Kindern verabschieden und konsequent umsetzen. Dazu zählt zum Beispiel die UN - Konvention über die Rechte des Kindes. Dazu gehört auch die Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation gegen die schlimmsten Formen von

Kinderarbeit. Polizei und Justiz dürfen Jungen und Mädchen, die zu illegalen Tätigkeiten gezwungen werden, nicht als Kriminelle verfolgen. Die Opfer brauchen Hilfe und rechtlichen Beistand. Staaten müssen auf nationaler Ebene Meldestellen einrichten, um vermisste und gehandelte Kinder zu registrieren. Gehandelte Kinder müssen Entschädigungen für erlittenes Leid erhalten. Die Behörden müssen ihnen einen sicheren Aufenthalt oder eine geschützte Rückkehr in ihre Heimat garantieren.